11. Tag: Zurueck nach Vientiane

Und wieder sitzen wir im Bus – wieder zurueck nach Vientiane, zurueck in die Zivilisation nach drei Tagen Zeitreise ins Mittelalter. In dem Dorf, in dem wir den Homestay gemacht hatten, kam ich mir irgendwie vor, wie in einem Freilichtmuseum: keine Strassen, sandige Wege, unter den Stelzenhaeusern Ziegen, Gaense, Huener, Hunde, Kuehe, Kinder, Menschen, die mit “Maschienen”arbeiteten (ein Holzpflock an einer Art Wippe zum Korn mahlen z.B.). Vor einer Hütte stand ein Webstuhl, der aussah wie  aus laengst vergangenen Zeiten. Wir blieben ein wenig stehen, da zwei andere Deutsche, die ebenfalls einen Homestay in dem Dorf machten, gerne ein Tuch kaufen wollten. Das erwies sich aber als nicht so einfach. Wir standen vor der Huette mit dem Webstuhl, offensichtlich, gab es etwas zu kaufen, da noch andere Kleinigkeiten, wie Getraenke und Suessigkeiten auslagen, unter anderem auch ein paar Stoffe, die sich die beiden Deutschen anschauten und die “Verkaeuferin”  fragend ansahen. Diese setzte sich aber daraufhin an den Webstuhl und fing an zu weben. Wir standen herum, die beiden deuteten wieder auf die Stoffe. Die vermeintliche Verkäuferin lachte. Wir lachten mit. Sie webte weiter.

webstuhl

Diese Situation ist so typisch fuer dieses Land und gleichermassen ungewohnt wie sympathisch. Du kannst in ein Geschaeft oder in ein Restaurant gehen, es wird jedoch nicht davon ausgegangen, das du jetzt unbedingt etwas kaufen moechtest. Es wird gegruesst, gelacht, aber wenn du nicht aktiv sagst, was du willst, dann kannst du da auch einfach mit herum sitzen. Vielleicht denken die Leute, dass du einfach nur mit ihnen fernsehen oder dich ausruhen möchtest – von Geschaeftstuechtigkeit keine Spur.

Wir hatten eine aehnliche Situation in der Touristeninfo in Nahin, wo wir unsere Tour gebucht hatten. Wir kommen rein und sagen: „We would like to book a tour“. Die Reaktion: Schauen und erst mal nix. Dann: Geplauder: „From where are you, etc. und spaetestens bei unseren Namen, „Andrea“ ging ja noch, aber „Wolfgang“: schallendes Gelaechter, so das wir uns erst mal gemeinsam kaputt gelacht haben. Situationskomik. Dann der erneute Versuch: „Visit Cave? Book Homestay?“ – Ah yes! Aber wo und was und wie teuer?? Langsam, step by step, alles aus der Nase ziehend naeherten wir uns der Sache und wussten irgendwann, dass es am nächsten Tag um 10 Uhr los geht. Alles andere ist doch unrelevant. Wird schon passen. Und auf unglaubliche Art und Weise hat dann auch alles geklappt. Tatsächlich begleitete uns der lustige Jay aus der Touristeninfo auf unserem Ausflug zur Höhle und auf unserem Homestay höchstpersönlich.

Man merkt einfach, dass sich dieses Land erst seit ca.15 Jahren der Welt geoeffnet hat und der Tourismus erst seit kurzem ins Land kommt. Dienstleistung, wie wir es gewohnt sind: Man kommt ins Touristenbuero und direkt wird einem die ganze Palette der Moeglichkeiten dargeboten, Variation A, B und C, ja bitte gerne danke, selbstverstaendlich machen wir das moeglich, und wir koennen ihnen noch Zusatzpaket D anbieten – diese Sprache des Verkaufens war in Zeiten der Planwirtschaft nicht noetig, zu lernen.

Die beiden Deutschen haben uebrigens ihr Tuch noch bekommen. Sie sind in Begleitung von Jay, unserem Guide, noch mal zu der Frau mit dem Webstuhl zurueck, und natuerlich hat sie auch was verkauft. Ein Tuch hat umgerechnet 5 Euro gekostet, bestimmt hat sie mehr als eine Woche dran gearbeitet.

Die Tour war ein echt tolles Erlebnis in wunderschoener Natur. Beim Homestay waren wir erst ein wenig enttaeuscht, da wir eine eigene Huette hatten und nicht direkt wie erwartet mit der Familie zusammen gewohnt haben. Zum Abendessen gab es dann offensichtlich ganz frisch geschlachtete Ente (die Indizien fuer die Frische lagen neben der Huette: die Federn und der Kopf), die kleingehackt und gekocht wurde. Ich war fuer diesen Abend Vegetarierin. Wolfgang biss wie die anderen Familienmitglieder auf Knorpel und Knochen herum, liess aber das Aussaugen des Knochenmarks weg. Da er Hunde so liebt, gab er dem Haushund gerne einen Teil der Mahlzeit ab. Dann gab es wieder eine Runde Beerlao und die Gespraeche gingen mit Haenden und Fuessen darum, wieviel Bier jeder schon getrunken hat und wie betrunken man war und andere lustige Themen… wenig verstehen viel lachen…. das uebliche halt.

huettetabak

Nach einem kurzen Marsch durch das Tabakfeld zu unserer Holzhuette, schliefen wir zufrieden mit den Stimmen der Natur ein: quakende Frösche und irgendwo heulten Hunde. Morgens weckten uns  Haehne und Gibbons (eine Affenart aus den Bergen). Nur ein tierischer Kollege war ganz ruhig: die fast Handteller grosse Spinne, die mich neben unserem Bett (zum Glueck mit Moskitonetz) begruesste.

geschrieben von Andrea


5 Gedanken zu “11. Tag: Zurueck nach Vientiane

  1. Ich schick euch mal nen Gruß aus Salzburg! Es schneit und ist windig und kalt… ;-( Also doppelt genießen!!!
    Und schon mal einen romantischen Valentinstag… Bis bald

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  2. hallo papa! dani hat heute bis 11.20 geschlafen. wie geht es dir? ihr habt sicher viel spaß. findet ihr immer ein internetcafe um euren bericht zu schreiben? bussi von dani, die inzwischen beim frühstücken sitzt, und maxi

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  3. hallo andrea und wolfgang, es ist eine interessante und spannende sache eure reise via internet zu verfolgen und und dabei teilhaben zu lassen.

    übrigens bei uns in salzburg hat es ordentlich geschnieben so ca. 20 cm und es wird diese woche weiterschneien.

    grüße hermann & marion

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  4. Hallo!
    Wie ich lese, habt ihr in Laos eine ganz schöne Zeit verbracht! *ICH WILL AUCH WIEDER NACH LAOS*!!! Aber das wird noch ein wenig dauern, fürchte ich …

    Bei euch hat es schon Schwimmwesten gegeben durch die Höhle? Da tut sich ja einiges! Bis schon gespannt auf mehr Fotos von eurer Reise!

    Wünsche euch 2 noch eine ganz schöne Zeit! Viel Spaß!
    lg, Elisabeth.
    PS: Freue mich schon auf weitere Reiseberichte!!! 🙂

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