Juhu! Reisepläne! Mit Dachzelt nach Südfrankreich – unsere Route, unser Setup

„Hey, wie wäre es mit Südfrankreich? Da soll es jede Menge Meer, Strand, tiefe Schluchten, hohe Berge und gutes Essen geben!“ Es war schon fast Juli und wir wussten bis dahin nur so viel, dass wir im September für gut drei Wochen mit unserem Dachzelt verreisen werden, egal was kommt, egal was ist, egal wohin. Nichts und auch kein Corona würde mich aufhalten können, das stand (und steht!) für mich fest. „Zu heiß, zu voll, zu weit weg.“ Wolfgangs Einwände ignorierend, fing ich an zu recherchieren. Und je mehr ich über Südfrankreich und die Provence mit den Seealpen, der Côte d’Azur, der Camargue, dem Rhonetal und den vielen Weinregionen las, sah und sprach, desto stärker spürte ich ein lang vermisstes Kribbeln in mir. Es war Reisefieber und es hatte mich gepackt.

Hey Bobby, was hälst du von Südfrankreich?

Corona und die (verpassten) Reisepläne

Fast zwei Jahre ist es nun schon her, dass ich länger als nur für ein paar Tage unterwegs war. Nachdem unsere Reise nach Wales im Frühjahr 2020 dem Corona-Lockdown zum Opfer fiel, planten wir erst mal nicht mehr. Wenn es die Corona- Lage zuließe, wollte ich spontan irgendwo hinreisen. Und dann war ja sogar sehr viel möglich, im Sommer 2020 und jetzt auch wieder – im Sommer 2021. Aber das mit dem „spontan“ hat leider nicht funktioniert. Während ich beobachtete, wie in den Lockdown-Pausen um mich herum durch ganz Europa gereist wurde, verzweifelte ich beinahe an mir selbst, dass ich zu Hause saß und einfach nicht den richtigen Zeitpunkt fand, loszufahren.

Unser erster Ausflug mit Dachzelt in den Ith im Weserbergland und die Erkenntnis, dass wir einen Regenschutz brauchen.

Wenn man jederzeit könnte und doch nie tut – dann ist es Zeit für einen Plan

Keinen Urlaubsschein muss ich einreichen, keine Urlaubswünsche von Kollegen berücksichtigen. Ich bin selbstständig und arbeite für mich allein. Eigentlich könnte ich jederzeit aufbrechen. Aber da ist eben dann auch kein Chef, der mir sagt, dass ich jetzt mal meinen Resturlaub nehmen müsste, egal was ist. So arbeitete ich immer weiter und da ich sowieso nichts Besseres vorhatte, nahm ich zusätzlich neue Fälle und Aufträge an, hatte noch weniger Zeit und dann kam schon wieder der nächste Lockdown. Jederzeit und nie liegen wahrscheinlich sehr nah beisammen, wenn man selbständig ist. Aber ich habe dazu gelernt: Um sich selbst nicht zu verlieren, sind Pläne wichtig, insbesondere Reisepläne! Und ich will auch kein „Wenn und Aber“ mehr wegen Corona denken. Wir sind geimpft und unsere Art des autarken Reisens ist sicher. Dass uns diese Pandemie wegen einigen (vielen) Impfgegnern oder auch nur Impffaulen und sonst irgendwie verschwurbelt denkenden Menschen noch länger als nötig begleiten wird, macht mich nur noch sauer und ratlos. Ich merke, wie ich furchtbar müde bin von diesen Themen und gleichzeitig so was von urlaubsreif und reisesehnsüchtig. Wolfgang hat sich vom Reisefieber anstecken lassen. Südfrankreich hat auch ihn gepackt. Von Mitte September bis Anfang Oktober geht es mit Hund und Dachzelt über die Alpen bis an die Côte d’Azur.

Beim zweiten Ausflug mit Dachzelt in den Solling hatten wir aufgerüstet mit einem extra Küchenzelt als Regen- (in diesem Fall eher Sonnen-) Schutz.

Bereit für unsere erste „echte“ Reise mit Dachzelt

Fast genauso lange, wie ich schon nicht mehr auf einer längeren Reise war, haben wir nun auch schon unser Dachzelt. Und so hatten wir jede Menge Zeit, um das Setup unseres kleinen Dachzeltmobils immer weiter zu optimieren und während des Lockdowns vor der Haustür und dann immer wieder auf kleinen Wochenendtouren zu testen.

Probesitzen im Elm unter der neuen Markise – sieht einfach besser aus als das blaue Küchenzelt, oder?!

Längere Touren haben wir zwar noch nicht mit dem Dachzelt gemacht. Aber ich genieße es auch auf ganz alltäglichen Wegen mit unserem kleinen Camper weitestgehend autark zu sein und dadurch die Möglichkeit zu haben einfach irgendwo zu bleiben. Die Powerstation, die Solarpanels und der Kompressorkühlschrank werden nur eingepackt, wenn mindestens eine Übernachtung geplant ist, aber die Küche, die Werkstatt, ein paar Wechselklamotten und natürlich das Schlafzimmer sind immer dabei – und das alles in einem ganz normalen PKW.

Auch meine Mutter hat Gefallen an unserem Minicamper gefunden. Wenn sie mich mit ihren über 80 Jahren auf kleine Wanderungen in den Harz begleitet, dann ist es fast schon zu einer Tradition geworden, dass wir irgendwo an einem (Park-) Platz in der Natur anhalten, die Campingstühle auspacken und uns mit einem kleinen Snack für die bevorstehende Tour stärken.

Das gesamte Equipment rund um das Dachzelt passt mittlerweile perfekt für unsere Bedürfnisse und ist mehr als bereit, uns auf eine „echte“, große Reise zu begleiten. Und endlich ist es soweit. Bald geht’s los nach Südfrankreich!

Reiseplanung Südfrankreich – die Qual der Wahl

Eigentlich wusste ich gar nicht, was ich genau mit „Südfrankreich“ meinte als ich den Vorschlag machte. Ich fing an, in Blogs und Reiseführern zu recherchieren und mir wurde klar, dass Südfrankreich so riesig ist, dass drei Wochen niemals dafür ausreichen würden. Und egal, wo ich hinschaute, alles sah fantastisch aus: Flamingos und weiße Wildpferde in der Camargue, einsame Natur und weite (Surfer-) Strände in der Languedoc-Roussillon, Inselparadies im Golf von Hyères, Schluchten, Canyons kleine Bergdörfer und schneebedeckte Berge in der Region Seealpen, Weinberge und mittelalterliche Festungen im Rhonetal, spektakuläre Steilküste in der Calanque bei Marseille und verheißungsvoll klingende Orte an der Côte d’Azur wie Nizza und St. Tropez …

Wohin in Südfrankreich?

Roadtrip nach Südfrankreich und irgendwo ankommen wollen

Mir wurde fast schwindlig von all den Möglichkeiten und Herrlichkeiten. Ach, wäre es großartig, (viel) länger als drei Wochen unterwegs sein zu können. (An diesem Projekt sollte ich auch unbedingt mal wieder arbeiten.) Die südliche Atlantikküste klammerte ich schon mal von vornherein aus. Das wäre eine eigene Reise wert. Dann warf ich die Suchmaschinen für Ferienwohnungen an der Côte d’Azur an. Irgendwo wollen wir auch mal ankommen. Drei Wochen im Dachzelt ist uns dann doch etwas zu eng und auf einem reinen Roadtrip neigt man dazu, zu viel in zu kurzer Zeit zu wollen. Zudem habe ich in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus ein wenig das Gefühl, dort richtig zu wohnen und dadurch ein Stück weit einzutauchen in die Gewohnheiten und Besonderheiten eines Ortes und der Menschen. Das ist auf Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen meiner Erfahrung nach nicht so einfach und schnell möglich.

Ankommen …

Das perfekte Ferienhaus in Südfrankreich oder die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Ich gebe zu, mit meinen Suchkriterien hat man nicht die Riesenauswahl an Feriendomizilen: fußläufige Meeresnähe (Ich liebe es während der Morgengassirunde aufs Meer zu blicken); gerne in einer kleinen Stadt, so dass man am Abend auch mal was essen und tagsüber schnell was einkaufen gehen kann; schön wäre die Möglichkeit, von der Haustür aus wegzuwandern; keine reine Ferien- oder Apartmentanlage, sondern möglichst ein ganz normales Stadthaus; bestenfalls mindestens zwei Zimmer; bis 100 Euro die Nacht – und natürlich das Allerwichtigste: Hunde müssen erlaubt sein.

Ganze (bezahlbare) Ferienhäuser, mit denen wir ja in der Bretagne und der Normandie so gute Erfahrungen gemacht hatten, waren diesmal gar nicht in der Auswahl. Aber eine Ferienwohnung in dem kleinen Örtchen Cassis erfüllte tatsächlich alle Kriterien (plus einer großen Dachterrasse mit Meerblick). Sogar das Wandern von der Haustür weg könnte funktionieren. Cassis liegt direkt an der Calanque, einem Küstenabschnitt, der die sich als Nationalpark mit spektakulären weißen Felswänden und türkisblauem Wasser etwa 30 Kilometer bis nach Marseille erstreckt und mit etlichen (Küsten-) Wanderwegen durchzogen ist, perfekt! Ich buchte und damit war unser Reise-(zwischen)ziel gefunden.

Bald geht’s auf große Reise, Bobby!

Über die Alpen an die Côte d’Azur – unserer Reiseroute

Neun Tage haben wir Zeit für die Anreise nach Cassis, wo wir eine Woche bleiben werden. Dann bleibt noch gut eine Woche, um wieder Richtung Deutschland heimzureisen. Und jetzt muss ich mich beherrschen, nicht zu viel in diese Reisetage reinzupacken. So viel Spannendes und Sehenswertes gibt es auf dem Weg nach Südfrankreich. Eins steht allerdings für mich fest: Mindestens zwei Tage sind für Zermatt in der Schweiz reserviert. Immer schon wollte ich mal das Matterhorn sehen. Ich hoffe, das Wetter spielt mit. Vielleicht können wir dann sogar noch einen Blick auf den Mont Blanc werfen, der ja auch „gleich um die Ecke“ liegt, bevor es dann durch die Provence Richtung St. Tropez und von dort entlang der Côte d’Azur nach Cassis geht. Wolfgang hat auch ein paar Wünsche: Er möchte gerne auf den Spuren von Jacques Cousteau im Golf von Hyères tauchen, durch das Rhonetal reisen und das ein oder andere Weingut besuchen. Ich weiß jetzt schon, dass wir viel weniger schaffen werden als geplant, um dabei trotzdem viel mehr zu erleben, als wir uns jetzt vorstellen können. Das ist Reisen. Das ist Unterwegs sein. Und ich freue mich riesig darauf. Endlich wieder!

Unsere Reiseroute nach Südfrankreich – so oder so ähnlich !?

Roadtrip Südfrankreich: Blogs, die mich bei der Planung inspiriert haben

Mit dem Hund zum Lavendel & azurblauen Wasser – Andrea von mein-wanderhund.de reiste mit Mann, Mama und Hund für drei Wochen im Wohnmobil durch Südfrankreich. Sie selbst sagt: „Einer meiner schönsten Urlaube!“ Einige ihrer im Blog erwähnten Plätze und Orte habe ich mir sofort notiert.

Camargue – tierisch schönes Frankreich – Carolin von tierisch-in-fahrt.de war mit Freund, Hund schon mehrfach mit ihrem Camper in Frankreich. Besonders schwärmt sie aber von der Camargue, wo sie sich an die ungarische Puszta und ein bisschen an das holländische Friesland erinnert fühlte. Das klingt wunderschön!

Languedoc-Roussillion im Herbst – wenn Hunde träumen – Steffi von vandog.blog reist mit Freund, Hund und Camper durch die Alpen und ganz Europa. Frankreich bezeichnet sie als ihr Lieblingsreiseland. Als ich den Artikel über das Languedoc-Roussillion las, wollte ich sofort hin. Leider befürchte ich aber, das wir diese Region auf eine nächste Reise verschieben müssen. Drei Wochen sind einfach zu kurz für Südfrankreich.

Von Bucht zu Bucht – in den Calanques von Cassis – Hilke von meinfrankreich.com ist vom Herzen eine Nomadin, wie sie über sich selbst sagt und lebt in ihrer Wahlheimat Frankreich. Als Journalistin, Buchautorin und Bloggerin will sie nicht nur Frankreich als Reiseland beschreiben, sondern sie erzählt spannende Hintergrundgeschichten und setzt sich für die Stärkung der deutsch-französischen Beziehung ein. Empfehlenswert!


12 Gedanken zu “Juhu! Reisepläne! Mit Dachzelt nach Südfrankreich – unsere Route, unser Setup

    1. Danke, liebe Sabine, für den Tipp! Ich erinnere mich ja noch sehr gut an die Erzählungen und Fotos eurer Frankreichreise, besonders von der Verdon Schlucht. Seitdem möchte ich dorthin 🤩 Apropos, ihr wart doch auch in St. Tropez? Hast du da auch noch einen Tipp?? Liebe Grüße, Andrea

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  1. Ja Planung ist dieses Jahr auch mein Problem. Da ich im Juli umgezogen bin (auch wenn es nur ein Haus weiter ist macht es keinen unterschied auch wenn ich nach Köln gezogen wäre) habe ich bisher keinen großen Gedanken an Urlaub verschwindet. Ich muss natürlich auf Kollegen Rücksicht nehmen die Kinder haben und auch dürfen bei uns nicht mehr als drei parallel abwesend sein. Jetzt wird es im September auf jeden Fall ein verlängertes Wochenende in Berlin geben (Konfirmation der Patenkind Schwester) und Anfang Oktober habe ich zehn Tage frei. Mit etwas Glück geht es nach Tassos. Hängt aber von den Rahmenbedingungen ab. Dann sind aber immer noch über 20 Tage die zu verteilen sind. Eventuell auch ein paar Tage an die Nord oder Ostsee, das ist auch im Herbst schön.

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    1. Ja, ich muss zwar nicht mit Kollegen über Urlaubspläne diskutieren, aber dafür mit mir selbst. Da weiß ich manchmal nicht, was einfacher ist 😉 Ich drück‘ die Daumen, dass ihr wie geplant nach Tassos fliegen könnt. Und für die übrigen 20 (wow!) Tage findet sich bestimmt auch was Schönes. Liebe Grüße, Andrea

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  2. Richtig packend geschrieben und ich kann dir so gut nachfühlen. Wir würden so gerne wieder in die Bretagne fahren….. Vielleicht im September. Vorher aber erst mal einfach los über die Schwäbische Alb Richtung Süden … ohne Plan, aber mit der Hoffnung jeden Abend einen Gasthof oder Hotel zu finden. Euch eine gute Reise und viele schöne unvergessliche Erlebnisse. Liebe Grüße, Sigrid

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    1. Vielen Dank, liebe Sigrid! Euer Plan, ohne Plan Richtung Süden zu fahren klingt doch klasse. Und warum nicht im September in die Bretagne? Wir wären auch fast wieder hingefahren, aber irgendwie hat sich dann Südfrankreich in meine Gedanken geschlichen … Ich bin schon sehr gespannt. Ich wünsche euch ebenfalls eine wunderbare Reise! Liebe Grüße, Andrea

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  3. Toller Plan! Wird bestimmt eine schöne Reise mit vielen Erlebnissen.
    Mit Cassis verbinde ich eine lustige Erinnerung. Wir waren in Südfrankreich in Urlaub und haben einen Ausflug nach Cassis gemacht, um in den Calanque zu wandern. Als wir dort ankamen, waren sämtliche Parkplätze und die komplette Küstenstraße zum Startpunkt der Wanderung zugeparkt, es gab einfach keine Möglichkeit, sein Auto loszuwerden. Wir sind zurück in den Ort gefahren, dort herumspaziert und am Meer gesessen. Am Nachmittag haben wir es nochmal probiert, da gab es wieder Parkplätze. Die Wanderung fiel entsprechend kürzer aus, war trotzdem wunderschön.
    Was wir nicht gewusst hatten: es war der 1. Mai, an dem hier der Sommerbeginn mit Wandern und Naturerlebnis gefeiert wird. 🙂

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    1. Das ist ja echt witzig. Da habt ihr für die Calanque tatsächlich den „perfekten“ Wandertag ausgesucht 😉 Aber klasse, dass die Franzosen den 1. Mai auf diese Art feiern. Und zu hören, dass eure verkürzte Wanderung trotzdem sehr schön war, macht meine Vorfreude gerade auf Cassis und Umgebung noch größer! Liebe Grüße von Andrea

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    1. Haha, ja, das kenne ich. Unser Auto ist normalerweise auch immer bis oben hin voll, egal ob wir für ein Wochenende oder für drei Wochen wegfahren. Für diese Reise haben wir ein ausgefeiltes Packsystem mit Euroboxen entwickelt. Während Corona hatten wir ja genug Zeit, das auszutüfteln 😉 Und so hat tatsächlich alles reingepasst und während der Reise haben wir auch sogar fast alles immer gleich gefunden. Ich war selbst ganz überrascht (und begeistert). Liebe Grüße von Andrea

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