Gestern führte uns eine Tour zur Teufelsmauer. Angesichts des Wetters: nebelverhangen und um den Gefrierpunkt, der Winter ist im Anmarsch, klang das nach einem interessanten Ausflugsziel. Die Wegstrecke war mit sieben Kilometern angegeben und das Ganze sah auf der Karte so aus, als ob es nicht möglich ist, sich zu verlaufen. Auf dem Höhenzug bei Blankenburg im Harz befindet man sich nie weiter als ein paar hundert Meter von der Zivilisation entfernt.

 Der Rundweg führte immer am Fuße der Teufelsmauer entlang, dann durch ein verwunschenes Tal und vorbei an beeindruckenden Felsformationen wie z.B. das „Hamburger Wappen“.

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Hamburger Wappen

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Es waren wirklich wenige Menschen unterwegs aber manche Leute trifft man immer wieder. Bobby war damit beschäftigt, die Gegend unter Kontrolle zu halten. Es ist für ihn immer sehr beunruhigend, wenn uns Menschen folgen. Als wir merkten, dass eine Gruppe von zwei Pärchen das gleiche Tempo hinter uns hielten und Bobby sich immer wieder nervös umdrehte, haben wir beschlossen, die Leute überholen zu lassen. Wir stellten uns an den Wegesrand und Bobby blieb ganz brav hinter uns im Sitz, ohne dass wir ihm das sagen mussten: toll!  Anscheinend hatten die Leute vorher schon die ganze Zeit über unseren Hund gesprochen und jetzt nutzten sie die Gelegenheit uns anzusprechen. Ich muss mich korrigieren: Bobby anzusprechen: „Na, wer bist du denn, du bist ja ein Lustiger!“

Und ich war so stolz auf unseren Bobby. Trotz in die Hände klatschen und nach vorne über ihn beugen, sprang er zwar kurz nach vorne, um dann aber direkt wieder die Sicherheit bei uns zu suchen. Wir erklärten dann auch, dass unser Hund nicht so gerne von Fremden angefasst wirdt. “ Ja, ja , er ist noch jung. Wir haben einen 12 Jahre alten Labrador…“ sagten sie und gingen weiter.

Es gibt unzählige Wege in diesem kleinen Waldgebiet. Aber auf einmal waren die zwei Pärchen wieder hinter uns. An der nächsten Weggabelung schlossen sie erneut auf. „Brauchst doch keine Angst zu haben. Na, komm doch mal her…“ klatsch, klatsch in die Hände ging das Spiel weiter. Jetzt war es Bobby zu viel, er bellte und sprang hin und her. „Nicht hochspringen“… „Schön brav“ … „Hey, du bist ja verspielt!…“ Der Typ war einfach nicht von unserem Hund wegzubringen und Bobby gefiel das Ganze gar nicht. Wir wendeten uns dann einfach schnell ab und Bobby folgte uns.

Nachdem wir das Tal und das Hamburger Wappen passiert hatten (dort winkten uns die Vier von Weitem zu), teilte sich der Weg in den „bequemen Weg“ und den „schwierigeren Kammweg“ über die Teufelsmauer. Wir wählten natürlich den Kammweg und wurden nicht enttäuscht. Gerade die nebelverhangenen Ausblicke und Stimmungen waren beeindruckend. Bobby ging ganz brav hinter mir über steile Felstreppen und schmale Grade. Die vier Hundefreunde haben bestimmt den bequemen Weg gewählt. Hier waren waren wir ganz alleine und Bobby ganz bei mir.

Nun verstanden wir auch, warum für diese sieben Kilometer lange Tour drei Stunden veranschlagt waren. Es wurde kein Felsen ausgelassen. Aber es war echter Spaß und ein  Hauch von Abenteuer. Am letzten Highlight, dem Großmutter- und Großvaterfelsen lockte dann auch die ersehnte Gastwirtschaft.

Wir steuerten direkt darauf zu und wer war schon da vor dampfenden Schnitzeln? Unsere vier Hundefreunde! Und der eine selbsternannte Hundefreund konnte nicht aus seiner Haut: „Da bist du ja wieder!“ und er stand auf, beugte sich erneut über unseren Hund, reckte die Hände in Richtung seines Kopfes. Und Bobby sprang und schnappte nach den Händen. „Nein, nicht spielen!“ Er riss erneut die Arme hoch um dann wieder nach Bobbys Schnauze zu greifen. „Hey, ich will dich doch nur streicheln, nicht spielen“ in einem aufmunternden Ton und seine Hände wirbelten wild in der Luft. Wir waren leicht perplex. Was macht er da? Seine ganze Körperhaltung und Stimmlage sagte: Hallo hier bin ich, spiel mit mir!!? Und Bobby knurrte nun schon und der Typ wollte in seiner Art: „Mich mögen alle Hunde!“ diese Zeichen nicht verstehen. Wolfgang sagte dann: Dann hören Sie doch auf, zu spielen! Da zog er sich leicht beleidigt zurück.

Wir versuchten es mit Gelassenheit zu nehmen. Nun bemühen wir uns schon, so konsequent wie möglich daran zu arbeiten, dass Bobby Respekt gegenüber seinem Umfeld zeigt und haben auch schon sehr lange nicht mehr sagen müssen: „Keine Angst, er will nur spielen“. Da machen uns dann die Menschen ein Strich durch die Rechnung. Aber wie erklären wir unserem Hund, dass die halt auch nur spielen wollen?!

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Diese Tour ist beschrieben bei www.outdooractive.com.