Winterwandern an der Hutthaler Widerwaage

Bitte was? Hutthaler Widerwaage? Ich habe erneut eine Entdeckung in den Tiefen des Harzes gemacht. Darauf aufmerksam geworden bin ich über einen Kurzbericht eines Redakteurs auf NDR2 über seinen perfekten Wintertag. Hängen geblieben sind bei mir die Stichworte: „Windbeutel in Altenau, das etwas in die Jahre gekommen ist“, „dichte, schöne Wälder“, „Wasser plätschert“ und „Currywurst vom Harzer Wildschwein“. Das klang spannend und könnte tatsächlich der Stoff für einen perfekten Wintertag sein, dachte ich mir. Hier in Braunschweig sind die 3 cm Neuschnee, die nach Sylvester zum Schneechaos geführt haben und den Verkehr fast zum Erliegen gebracht haben, leider schon wieder weggetaut. Ein Ausflug in den Hochharz, um bei dem gestrigen Pracht-Wetter noch mal den Schnee zu genießen, war verlockend.IMG_4463

Polsterberger Hubhaus bei Clausthal Zellerfeld

Auf meiner Suche nach einer kurzen Rundwanderung in dieser Gegend am besten mit Currywurst auf halber Strecke, bin ich auf die historische Wasserwirtschaftsanlage: Hutthaler Widerwaage gestoßen. Teil dieses System ist das Polsterberger Hubhaus. Dort ist nun eine Gaststätte (Stichwort: „Currywurst vom Harzer Wildschwein“).

Die Hutthtaler Widerwaage
Gräben als Teil des Wasserregals
Polsterberger Hubhaus
Teiche und Seen als Wasserspeicher

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Oberharzer Wasserregal

Auf dem ausgeschilderten WasserWanderWeg, kann man auf Info-Tafeln alles über das ausgeklügelte System des Oberharzer Wasserregals nachlesen. Das ist ganz schön kompliziert und ziemlich technisch. Bei mir ist hängen geblieben, dass das Wasser in den Gräben ohne Gefälle in zwei Richtungen fließen kann. Das ermöglicht die Hutthaler Widerwaage (Baujahr übrigens 1763). Durch das Hubhaus wurde das Wasser hochgehoben und so konnten die Wasserläufe höher gelegene Seen mit Wasser speisen. Durch dieses System wurde der große Wasserbedarf für den ehemaligen Bergbau gesichert. Die Hutthaler Widerwaage ist sogar Teil des UNESCO Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft. Das ist typisch für den Harz und seine Sehenswürdigkeiten. Man sieht auf den ersten Blick nicht viel davon. Die interessanten Geschichten liegen eher im verborgenen, begleiten einen still und leise und müssen entdeckt werden. Das gefällt mir so gut.

Hirschler Teich: Wasserspeicher des Oberharzer Wasserregals

Altenau („in die Jahre gekommen“)

Auf dem Rückweg bin ich dann über Altenau gefahren. Tatsächlich, dieser Ort hat seine besten Jahre hinter sich. Schade, man kann sich noch vorstellen, wie es hier mal zuging. Es reihen sich Hotels, Bars, Restaurants, Ski-Verleihe aneinander, leider die meisten geschlossen. Was ist da passiert?

Altenau

 

 

Da ich noch vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause wollte, verzichtete ich auf den Windbeutel. Weiter fuhr ich Richtung Torfhaus durch tief verschneite Wälder. Ich hätte gerne ein Foto gemacht, aber man konnte auf der schmalen Straße nirgends anhalten.

Torfhaus – der „Hotspot“?

Dann bog ich ab und war auf einmal in einem anderen Film. Ich war in Torfhaus. Massen an Menschen mit Skiern, Skischuhen oder zumindest Skianzügen drängelten teils bis auf die Straße. Im Vorbeifahren sah ich den Brocken in einem tollen Licht und wollte auch hier gerne ein Foto machen. Es gab zwar riesige Parkplätze, aber alles war so überfüllt, dass ich trotzdem nirgends anhalten konnte. Ich werde es nie verstehen, aber zum Glück für mich gehen die meisten Menschen da hin, wo schon ganz viele andere Menschen sind. So wird es immer die versteckten Plätze geben, die ich so gerne entdecke.

 

 

Doch noch ein Foto vom Brocken – auf der Heimfahrt

Zum Nachwandern: Wasserwanderweg und Hutthaler Widerwaage

Meine knapp sieben Kilometer lange Rundwanderung durch das Oberharzer Wasserregal findet man mit Karte und Wegbeschreibung bei www.outdooractive.com.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wir sind zur der Hutthaler Widerwaage über den Outdoorführer „Oberharzer Wasserregale“ gekommen. Leider sind dort nur wenig Rundwegen aber als Ansatzpunkt immer gut. Im Hubhaus haben wir auch Rast gemacht. Das schöne am Harz ist halt seine Vielfältigkeit die sich auch noch mit der Jahreszeit wandelt.

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