November-Date mit der Ostsee 

Es ist November. Fast hatte ich über diesen endlosen Sommer und dem nahtlos anknüpfenden goldenen Oktober vergessen, wie das ist: Wenn der Tag nicht hell werden will, der einzige Lichtkegel des Tages die Lampe über dem Schreibtisch ist und die kahlen Bäume durch den Sprühregen vor den Augen verschwimmen. Hier im niedersächsischen Flachland ist das immer eine ganz besonders trostlose Szenerie. Aber es gibt Orte, die auch und gerade im November besonders schön sind. Solch ein Ort ist für mich die Ostsee. Der Nebel lässt das Meer endlos erscheinen. Bei Sturm spürt man die Naturgewalten nur noch intensiver. Und dann gibt es diese besonderen Momente, wenn plötzlich die Sonne durch die Wolken bricht und die Welt wie verzaubert ist.

Noch bevor der November-Blues es schaffen konnte mich einzufangen, buchte ich eine Woche in Laboe an der Kieler Förde. Im November kann man da ganz spontan sein, es ist absolute Nebensaison an der Ostsee und die Preise sind im Keller.

Ostsee im November: Auch Hunde haben einen riesen Spaß.

Jeden Morgen machten Bobby und ich einen langen Spaziergang durch die Dünen von Laboe. Immer gingen wir die gleiche Runde und doch sah das Meer jeden Tag anders aus. Wir trainierten viel. Bobby durfte Apportieren und am Strand sogar (ab November!) freilaufen.  Er achtete auf mich und gar nicht so viel auf andere Hunde, Möwen, Schiffe und Wellen. Nur einmal brach es aus ihm heraus. Ich hätte es wissen müssen. Er schaute einen Moment zu lange und zu intensiv in Richtung der beiden Schwäne am seichten Ufer. Er sprintete los. Die Schwäne flogen auf und mit ihnen ein Schwarm Möwen. Er rannte über den Strand, hüpfte durch das Wasser. Ich tat für einen Moment so, als ob ich es nicht sehen würde. Ich weiß, er soll das auf keinen Fall machen! Wir arbeiten hart an der Kontrolle seines Jagdtriebes. Ich war stinksauer und doch zögerte ich. Er hatte einfach einen riesen Spaß. Dann pfiff ich in meine Hundepfeiffe. Bobby stoppte, schaute und rannte – zu mir, mit einem Grinsen im Gesicht.

Ich mag die Kieler Bucht mit den großen Schiffen, die durch den Nord-Ostsee-Kanal in die weite Welt fahren. Vom Hafen, mit einem Fischbrötchen in der Hand oder von oben von der Steilküste, mit dem Wind im Gesicht kann man die Frachtdampfer, Kreuzfahrtschiffe, Segelboote und bei Sturm auch die Kitesurfer auf der Förde beobachten.

Schwedeneck: Hier sind Sommerkinder auch im November glücklich.

Aber eine Woche nur in der Kieler Förde zu verbringen, reicht uns natürlich nicht. Wenn wir hier sind, erkunden wir gerne auch die nähere Umgebung – hoch und runter fahren wir entlang der Ostseeküste. Und da gibt es viele schöne Ecken zu entdecken. Dieses Mal wollte ich unbedingt ins Schwedeneck, insbesondere nach Dänisch-Nienhof. Stefanies Artikel vom wunderbaren Blog In der Nähe bleiben über Das Strandhaus in Dänsch-Nienhof: Platz für Sommerkinder hat mich nicht mehr losgelassen. Ich wollte diesen Ort unbedingt auf Novembertauglichkeit prüfen. Und er taugt, so wie auch der gesamte Küstenabschnitt nördlich von Kiel. Wie Sagengestalten winden sich die knorrigen Bäume auf der Steilküste und lassen laublos den Blick auf das Meer frei. Nach einem stürmischen November-Spaziergang wird man dann in das StrandHaus geblasen. Das Kaminfeuer knistert, und bei einer heißen Tasse Tee ist der Blick nach draußen auf das Meer bestimmt mindestens so schön ist wie im Sommer. 

November-Date mit der Ostsee: Immer wieder gerne!

Einige versteckte, aber umso schönere Orte, habe ich besucht. Bei Langholz in der Eckernförder Bucht überraschte mich die Sonne nach einem heftigen Regenguss. Gleißend kämpfte sie gegen die Wolken. Die Stimmung war fantastisch. Ich konnte mich nicht sattsehen. Ich fotografierte bis der Akku meiner Kamera leer war. Der Ersatzakku und auch das Handy lagen im Auto. Ich überlegte kurz, die Stimmung nun einfach pur zu genießen, entschied mich aber dagegen und lief zum Auto zurück. Kaum  war ich dort angekommen, regnete es schon wieder wie aus Eimern. Alles richtig gemacht 😉 So fuhren wir einfach mit dem Auto weiter die Küste entlang, bis die Sonne wieder schien und es bereits dämmerte als wir in dem skurrilen Kunstort Damp ankamen.

Ein November-Date mit der Ostsee ist rundum weiterzuempfehlen, ganz besonders wenn man mit Hund unterwegs ist. Aber es braucht sich keiner ärgern, etwas verpasst zu haben, da der November ja ab morgen vorbei ist. Der Februar ist wie ich finde genauso geeignet wie der November. Dann dauert der Winter bereits ewig und die Tage scheinen niemals wieder länger zu werden. Spätestens dann ist wieder die ideale Zeit für ein Date mit der Ostsee – vielleicht sogar mit Schnee.

Blogparade: Novemberglück

Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade: Novemberglück von dem sehr geistreichen und oft amüsanten Blog Mal Zwetschgenmann – Mal Wassermann teil. Ich habe wirklich gestaunt, wie viel Glück der November zu bieten hat.  Fast 30 Artikel von unterschiedlichsten Blogs sind zu dieser Blogparade zusammengekommen. Vielen Dank, lieber Lutz Prauser, für diese schöne Inspiration.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. So tolle Bilder vom Meer! Schade, dass ich es gar nicht mag, wenn mir der kräftige Wind ins Gesicht weht. Meine Hasrwurzeln tun davon sogar weh. Mimimi… Spaß beiseite. Ich mag das Meer.

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    1. Haha, das mit dem Wind kann ich gut verstehen! Ich mag es gar nicht, wenn mir die Haare ins Gesicht wehen, besonders beim fotografieren. Deswegen habe ich fast immer eine Mütze auf. Am Meer muss man sich halt entscheiden: Entweder Mützengesicht oder Sturmfrisur 😉 Liebe Grüße von Andrea

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  2. LP sagt:

    Vielen Dank fürs Mitmachen – ein wunderschöner Beitrag und die Anregung, im November Urlaub zu machen und sich nicht in den Süden zu verabschieden, ist Klasse.
    Liebe Grüße
    Lutz

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    1. Ja, mal kurz mit dem Flieger in den Süden verabschieden ist nicht mehr, seitdem wir mit Hund unterwegs sind. Und ich bin echt froh darüber – nicht nur wegen der Klimabilanz. Es gibt überall Orte und Momente, die sogar im November einfach wunderbar sind, wie deine tolle Blogparade ja auch beweist. Danke noch mal für die Inspiration! Liebe Grüße von Andrea

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  3. Stefanie sagt:

    Liebe Andrea, das freut mich ja so unbeschreiblich, dass Dir das Strandhaus gefallen hat. Vielen Dank auch fürs Verlinken. Euren täglichen Spaziergang in Laboe finde ich ja auch so toll. Kann mir gut vorstellen, wie hochinteressant es für Bobby war. Ganz liebe Grüße, Stefanie

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    1. Ja, es hat mit ausgesprochen gut gefallen. Ich danke dir sehr für den Tipp! Auch Bobby war herzlich willkommen im Strandhaus. Und ab November dürfen Hunde ja sogar an den Strand, was das Ganze für uns rundum perfekt gemacht hat. Liebe Grüße von Andrea

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