South West Coast Path mit Hund: Unser Plan für Cornwall

Der Sommer ist dieses Jahr endlos. Seit Monaten scheint die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Es ist nicht die Zeit für große Aktivitäten. Aber zwischen Waldspaziergängen mit Bobby am frühen Morgen (die Nächte sind klar und kühl) und kleineren Wanderungen und Ausflügen am späten Abend (da ist das Licht so wunderschön) tut sich was. Wir stecken in den Reiseplanungen für Cornwall.

Der Brocken im gleißenden Sonnenlicht
Ganz früh am Morgen ist es noch kühl im Wald.
Endless Summer

Cornwall mit Hund: Wandern auf dem South West Coast Path

Im September geht es für knapp drei Wochen nach Südengland. Nach meinen ersten Recherchen stand fest, dass man dort um den South West Coast Path nicht herumkommt. Dieser etwa 1000 Kilometer lange Fernwanderweg führt entlang der gesamten Küstenlinie Südenglands. Als ich davon las, war ich sofort begeistert und mir war klar: Es ist wieder Zeit für eine Mehrtageswanderung.

Aber Cornwall macht es einem nicht leicht, sich zu entscheiden. Was wäre es schön, genug Zeit (und Kondition) für die ganzen 1000 Kilometer zu haben. Wir müssen uns erst einmal auf ein paar Tage beschränken. Doch welchen Abschnitt wählen wir aus? Die raue und einsame Küste im Norden ist bestimmt ebenso reizvoll wie die Halbinsel Penwith Peninsula ganz im Westen mit weißen Sandstränden und dem berühmten Lands End. Der südlichste Punkt Englands, der Lizard Point auf der Lizard Peninsula soll fast noch schöner sein als Lends End, lese ich. Und an der Südküste, der Cornisch Riviera, ist das Klima so mild, dass dort Palmen wachsen.

Mehrtageswanderung auf dem South West Coast Path mit Hund: Ein unlösbarer Plan?

Stundenlang stöberte ich in Blogs und Websites, Reiseführern und Hotelportalen. Ich verfolgte meinen Plan, in unseren Urlaub eine mehrtägige Wanderung auf dem South West Coast Path einzubauen. Mit Hund riskiere ich es nicht, einfach drauf los zu laufen und meinem Glück zu vertrauen, was eine Unterkunft angeht. Das Vorhaben, die Tour komplett vorzuplanen und durchzubuchen, stellte sich als unlösbares Unterfangen heraus. Hatte ich mich für eine Region entscheiden, dann die möglichen Tagesrouten festgelegt, scheiterte es an den passenden Unterkünften. Entweder war es genau an dem ausgewählten Tag bereits ausgebucht, Hunde nicht erlaubt, zu weit weg vom South West Coast Path oder schlichtweg zu teuer.

Zelten mit Hund auf dem South West Coast Path: Die große Freiheit!

Schon lange in meinem Hinterkopf, drängte sich eine Idee nach vorne: Völlig unabhängig mit Bobby zu Fuß unterwegs sein.  Alles dabei haben, was man braucht. Bleiben, wo es uns gefällt. Es ist Zeit für neue Abenteuer. Es ist Zeit für unsere erste Mehrtageswanderung mit Zelt. Der Gedanke reizt mich schon lange. Autark. Minimalistisch. Keinen Asphalt betreten müssen. Inmitten von Natur. Das ist Neuland für mich. Bevor es Bobby gab, reiste ich am liebsten nur mit dem Rucksack mit lediglich einen groben Plan im Gepäck. Aber am Ende des Tages freute ich mich immer auf ein Bett, auf ein fertig gekochtes Essen, auf andere Menschen, auf ein kleines Stückchen Sicherheit und Zivilisation.

Gemeinsam unterwegs, hier mal wieder im Harz.

Zelten? War nie so mein Ding. Allein die ganze Schlepperei, das komplizierte Aufbauen und der harte Boden! Aber seitdem Bobby mit uns reist, denke ich an diese Möglichkeit. Zu schwierig ist es, spontan eine Unterkunft mit einem großen Hund zu finden. Zu klein meine Lust, immer alles akribisch im Voraus zu planen. Und immer größer meine Sehnsucht nach der Natur.

Cornwall und South West Coast Path mit Hund: Unsere Route

Wir wollen es nicht gleich übertreiben. Es soll ein Versuch werden. Wir haben uns für eine Dreitageswanderung im Norden von Cornwall entschieden. Startpunkt ist das kleine Örtchen Bude. Von dort aus wandern wir in drei Tagesetappen über Crackington Haven und Tintagel nach Port Isaak.

Für die zweite Woche haben wir ein kleines Häuschen etwas südlicher in der Nähe von St. Agnes gebucht. Hier befinden wir uns fast in der Mitte von Cornwall. Ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen denken wir.

Die letzten Tage sind noch offen. Wenn uns das mit dem Zelt gefällt, hängen wir vielleicht noch eine weitere Mehrtageswanderung dran. Immer spontan bleiben 😉

Wandern mit Hund und Zelt auf dem South West Coast Path: Und was ist eigentlich das geeignete Camping-Equipment?

Jetzt fehlt nur noch das passende Zelt. Wir suchten das örtliche Outdoorgeschäft auf und wurden staunend über die riesige Auswahl an Artikeln, die man „da draußen“ dabei haben kann, durch das Sortiment geführt: „… Tunnelzelt ist besser als Kuppelzelt, lässt sich leichter aufbauen und denken Sie an den Regen in England. Aber aufpassen mit den Hundekrallen, unbedingt den empfindlichen Zeltboden abdecken. Wir haben da was. Und schauen Sie, bei der ultraleichten Luftmatratze erleichtert das Rückschlag- und Schnellentlüftungsventil erheblich die Handhabung. Und wie sieht es mit Kochgeschirr aus? Auch da kann man unheimlich an Gewicht sparen. …“ Das Rundum-Sorglos-Paket sollte locker 1500 – 2000 Euro kosten. „Da haben Sie aber dann richtig lange etwas davon.“

Völlig ernüchtert kramten wir anschließend in den Tiefen unserer Garage. Drei Zelte, alle fast unbenutzt und uralt kamen zum Vorschein. Das große Familienzelt hatte ich schon mal während meines Campingabenteuers im heimischen Garten getestet. Für eine Trekking Tour ist das natürlich völlig unbrauchbar. Das 2-Mann-Zelt ist doch etwas klein für Bobby, Wolfgang und mich (und nach dem ersten Aufbauen sind bereits die morschen Schnüre gerissen). Das 4-Mann Zelt hat ein riesen Packmaß und ist mit fast 4 Kilo ganz schön schwer. Aber wenn wir es auf zwei Personen aufteilen, könnte es eventuell doch eine Option sein.

Wir testen weiter. Und ich freue mich über Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren: Welche Zelte bewähren sich auf einer Mehrtageswanderung für zwei Personen mit großem Hund? Was gibt es zu beachten? Ist eine Luftmatratze überhaupt sinnvoll wegen der Hundekrallen? Wie, wo und auf was schläft der Hund im Zelt? Wer war schon länger als ein paar Tage mit Zelt und Hund unterwegs? Welche Probleme gab es? Was war besonders toll?

Wandern auf dem South West Coast Path: Inspirationen und Informationen – Blogs und Co

Man findet im Internet etliche Berichte, Seiten und Blogs über Reisen nach Cornwall und Wanderungen auf dem South West Coast Path. Im Folgenden eine kleine Auswahl, die ich besonders inspirierend und hilfreich fand.

Bei einer Reise nach England kommt man um den National Trust kaum herum. Das ist eine gemeinnützige Organisation, die sich darum kümmert, die Natur und Kultur Englands zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem National Trust gehört neben Ländereien auch verschiedene Gebäude, Kirchen und Museen. Auf der Internetseite gibt es unzählige Informationen über Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Auch Zimmer und Häuser kann man über den National Trust buchen.

Kathrin, alias Fräulein Draußen ist (fast) den gesamten South West Coast Path alleine und mit Zelt gegangen. Auf ihrem Blog kann man diese spannende Geschichte nachlesen. Einen eigenen Artikel hat sie dem Wildcampen in Großbritannien gewidmet.

Auf Hiking Navigator gibt es einen sehr guten Überblick über den gesamten South West Coast Path unterteilt in insgesamt 38 Etappen. Jede Etappe wird kurz beschrieben. Zudem gibt es Restaurant und Hoteltipps. Die Seite ist zwar noch im Aufbau, aber schon jetzt sehr hilfreich.

Julia von Hundewander.guide war mit ihren zwei Hunden und Zelt in Großbritannien unterwegs, zwar nicht in Cornwall sondern in Nordengland, Schottland und Wales. Aber wenn man die Fotos sieht und ihre Berichte liest, möchte man am liebsten sofort mit seinen Hunden los auf die Insel.

Allgemeine Tipps fürs Zelten mit Hund gibt es bei Silvana vom Kalte Schnauze Blog. Silvana macht seit Jahren Camping-Urlaub mit ihrem Hund Cabo und sie hat mich durch ihre wunderbaren Berichte regelrecht infiziert.

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Vor….viel zu lange her… war ich mal 10 Tage in Cornwall. Ich habe damals die Jugendherberge von Penzance als „Zentrale“ genützt und bin mit Öffies nach St. Just und St Ives oder Lands End gefahren. Cornwall is herrlich.

    Das große Fernwehkind (www.fernwehkinder.de) war gerade wieder mit Hund und Kinden in Wales unterwegs. Sie hat diesmal einen Camper als Quartier genutzt als sie, wieder mal, für eine neue Auflage Offa’s Dyke Path, unterwegs war. Die Logistik ist für sie in den letzten Jahren (mit Hund und 3 Kleinkindern) „etwas“ großer geworden als zu den Zeiten als sie Langstreckenwanderungen (Via Francigena) alleine unternommen hat.

    Für meine Wanderung auf der Bonifatius-Route (Mainz nach Fulda) würde ich auch gerne „einfach loslaufen“ aber da es große Teile durch den „Speckgürtel“ von FFM geht, buche ich mindestens die ersten beiden Nächte vor. Zelt hatte ich auch überlegt, aber die Zeltplätze liegen weitab vom Weg.

    Viel Spass bei der weiteren Planung…. sie ist ein Teil der Reise.

    Gefällt 3 Personen

    1. Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Die Jugendherbergen in Cornwall (YHA) haben wir auch gecheckt. Die sind wirklich interessant, da an echt tollen Orten gelegen, relativ günstig und das Beste: Hunde sind sogar erlaubt!

      Mit Hund UND Kindern ist die Logistik von Fernwanderungen bestimmt eine riesen Herausforderung. Da ist das Reisen im Camper eine gute Alternative, um unterwegs zu sein und unabhängig zu bleiben.

      Die Bonifatius-Route klingt spannend. Ich bin gespannt, wie es dir dabei geht und was du berichtest.

      Liebe Grüße von Andrea

      Gefällt 1 Person

  2. Sigrid sagt:

    Sehr interessant! Mit Hund im Zelt und das alles während einer Wanderung! Klingt aber sehr spannend! Wir waren trotz der Hitze auch wandern, allerdings in Tirol. Der Juli ist nicht gerade ideal für uns Senioren zum Wandern, wir hatten aber trotzdem viel Spaß dabei. Das heiße Juli-Wetter ist aber dann doch eher geeignet für Radtouren. Zwar anstrengend, aber immerhin kühlt der Fahrtwind (bis man absteigt und der Schweiß läuft). Viel Spaß weiterhin, Sigrid

    Gefällt 2 Personen

    1. Ja, ich bin auch gespannt. wie wir mit dem Zelten zurechtkommen, bin ja auch nicht mehr die Jüngste 😉 Aber egal wie alt, es ist nie zu spät Neues auszuprobieren. Das kann man auf deinem Blog ja bestens verfolgen! Hut ab, dass ihr trotz der Hitze in Tirol auch ein paar Wanderungen gemacht habt. Die Landschaft dort ist so schön!
      Liebe Grüße von Andrea

      Gefällt 1 Person

  3. Kraulquappe sagt:

    Immer wieder toll, was ihr so alles ausprobiert!
    Da ich beim Zelten ähnliche Vorbehalte habe wie du, bin ich hochinteressiert an den Berichten von unterwegs (oder danach – denn ein Laptop wird ja vermutlich nicht den Rucksack beschweren?). Ich hatte hinsichtlich mehrtägiger Bergtouren schon manchmal überlegt, ob das nicht DIE Lösung wäre, bevor man sich weiterhin über all die DAV-Hütten ärgert, die einen nicht mit Hund beherbergen wollen oder in den modrigen Keller verbannen. Derzeit könnte ich zwar keinesfalls noch ein Zelt schleppen, aber wenn der Ellenbogen mal verheilen sollte, würd‘ ich das glatt wagen.
    Dann testet mal weiterhin im heimischen Garten den flotten Zeltaufbau und versorg‘ deine Leserschaft bitte weiterhin mit diesen herrlichen Fotos, die dokumentieren, wie Bobby sich den passenden Liegeplatz im Zelt sucht 🙂
    Ganz liebe Grüße aus München von Natascha & Pippa.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich werde auf jeden Fall weiter testen. Vielleicht verlassen wir dazu sogar mal den heimischen Garten und machen eine Probetour im Harz, bevor es nach England geht. Bobby scheint sich recht wohl zu fühlen im Zelt. Er ist kaum zu bremsen, rein zu gehen, was das Aufbauen nochmal erheblich erschwert. Mal schauen, vielleicht ist es tatsächlich DIE Lösung 😉 Ganz liebe Grüße zurück vom großen Braunen und Andrea
      P.S.: Gute Besserung für deinen Ellbogen!

      Gefällt 1 Person

  4. Stefanie sagt:

    Wow – das ist ja spannend. Ich freue mich drauf!

    Gefällt 2 Personen

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